XRP steht zum Jahresende unter Druck. Allein im Dezember ist der Kurs bislang um 11,4 Prozent gefallen und steuert damit auf ein negatives Jahresergebnis zu, nachdem der XRP-Kurs zwei Jahre in Folge Gewinne verbuchen konnte. Die anhaltende Schwäche deutet auf nachlassendes Marktmomentum hin, was durch aktuelle On-Chain-Daten zusätzlich untermauert wird.
XRP-Kurs der letzten 30 Tage auf Coinmarketcap
Besonders auffällig ist der deutliche Anstieg der XRP-Zuflüsse zu Binance seit Mitte Dezember. Laut dem Analysten Darkfost lagen die täglichen Einzahlungen ab dem 15. Dezember konstant bei rund 35 Millionen XRP und erreichten am 19. Dezember mit 116 Millionen XRP einen markanten Höchstwert.
XRP Exchange Inflow - Binance. Quelle: CryptoQuant
Solche Zuflüsse zu zentralisierten Börsen werden häufig als potenzielle Verkaufsabsicht interpretiert, vor allem wenn sie innerhalb kurzer Zeit stark ansteigen. Darkfost sieht darin einen Hinweis auf einen Stimmungsumschwung im Markt. Während viele Investoren seit Oktober überwiegend an einer Halte-Strategie festgehalten hätten, deute der Trend der vergangenen zwei Wochen darauf hin, dass ältere Positionen nun mit Gewinn verkauft werden. Gleichzeitig scheinen neuere Marktteilnehmer ihre Positionen aufzugeben und Verluste zu realisieren.
Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Verteilung der Haltezeiträume wider. Eine aktuelle Analyse zeigt, dass der Anteil der Wallets, die XRP seit zwei bis drei Jahren halten, deutlich zurückgegangen ist. Innerhalb eines Monats fiel dieser Anteil von über 14 Prozent des Angebots auf rund 5,7 Prozent. Nach Einschätzung von Darkfost könnte es XRP schwerfallen, in eine nachhaltige Akkumulationsphase überzugehen, solange die Zuflüsse zu Börsen hoch bleiben oder weiter zunehmen. Anhaltender Verkaufsdruck könnte die laufende Korrektur verlängern und zusätzliche Abwärtsrisiken mit sich bringen.
Aus technischer Sicht bewegt sich der XRP-Kurs weiterhin in einem abwärts gerichteten, parallelen Kanal, der sich seit etwa Mitte Juli ausgebildet hat. Diese Struktur spricht grundsätzlich für ein bärisches Marktumfeld. Dennoch zeigt XRP zuletzt eine gewisse relative Stärke gegenüber dem Gesamtmarkt. Trotz deutlicher Abflüsse aus dem Kryptomarkt konnte sich XRP besser behaupten als viele große Konkurrenten.
In der vergangenen Woche verzeichneten digitale Anlageprodukte laut Daten von CoinShares Abflüsse in Höhe von 446 Millionen US-Dollar. Zwar lag dieser Wert unter den 952 Millionen US-Dollar der Vorwoche, dennoch blieb die Marktstimmung insgesamt verhalten. Während Bitcoin und Ethereum im selben Zeitraum Abflüsse von 443 Millionen US-Dollar beziehungsweise 59,3 Millionen US-Dollar hinnehmen mussten, konnte XRP erneut positive Mittelzuflüsse verzeichnen. Nach 62,9 Millionen US-Dollar in der Woche vor Weihnachten stiegen die Zuflüsse zuletzt auf 70,2 Millionen US-Dollar.
Asset Flows. Quelle: CoinShares
Die anhaltenden Kapitalzuflüsse in XRP fallen damit aus dem Rahmen des breiteren Marktes. Laut James Butterfill, Forschungsleiter bei CoinShares, ist diese Entwicklung vor allem auf den Start von XRP-ETFs in den USA Mitte Oktober zurückzuführen. Seitdem hätten XRP und Solana jeweils über eine Milliarde US-Dollar an Zuflüssen angezogen und sich damit dem negativen Trend anderer Kryptowährungen entzogen. Auch andere Marktbeobachter berichten, dass XRP-ETFs weiterhin konstante Zuflüsse verzeichnen, was einen wesentlichen Beitrag zu den zuletzt beobachteten Kapitalbewegungen geleistet haben dürfte.
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XRP befindet sich damit an einer kritischen Schwelle. Während On-Chain Daten auf zunehmenden Verkaufsdruck und eine fragile Anlegerstruktur hindeuten, sprechen die fortgesetzten institutionellen Zuflüsse und die relative Stärke gegenüber dem Gesamtmarkt für ein differenzierteres Bild. Kurzfristig bleibt der Abwärtstrend im Chart intakt, doch die Entwicklung bei ETF-Zuflüssen zeigt, dass das Interesse größerer Investoren weiterhin vorhanden ist.


