Ein neuer Bericht besagt, dass MiCA-Regulierungen Euro-Stablecoins sicher, aber nicht wettbewerbsfähig machen, während die EU eine mögliche MiCA 2-Überarbeitung zur Behebung von Marktlücken diskutiert. (Mehr lesen)Ein neuer Bericht besagt, dass MiCA-Regulierungen Euro-Stablecoins sicher, aber nicht wettbewerbsfähig machen, während die EU eine mögliche MiCA 2-Überarbeitung zur Behebung von Marktlücken diskutiert. (Mehr lesen)

MiCA erstickt Euro Stablecoins mit strengen Regeln, warnt Bericht

2026/04/27 20:48
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MiCA bremst Euro-Stablecoins mit strengen Regeln, warnt Bericht

Ted Hisokawa 27.04.2026 12:48

Ein neuer Bericht besagt, dass MiCA-Vorschriften Euro-Stablecoins zwar sicher, aber nicht wettbewerbsfähig machen, während die EU über eine mögliche MiCA-2-Überarbeitung zur Behebung von Marktlücken diskutiert.

MiCA bremst Euro-Stablecoins mit strengen Regeln, warnt Bericht

Ein am 27.04.2026 veröffentlichter Bericht von Blockchain for Europe weist auf einen kritischen Fehler in der EU-Verordnung über Märkte für Kryptowährungen (MiCA) hin: Euro-denominierte Stablecoins sind zwar sicher, aber kommerziell nicht lebensfähig. Obwohl der Euro eine bedeutende Rolle in der globalen Finanzwelt spielt, machen Euro-Stablecoins laut DeFiLlama-Daten weniger als 1 % des weltweiten Stablecoin-Volumens aus. Der Bericht argumentiert, dass MiCA's strenge Regeln für dieses Ungleichgewicht verantwortlich sind und den Euro-Stablecoin-Markt daran hindern, mit an den US-Dollar gekoppelten Token zu konkurrieren.

Der MiCA-Rahmen, der am 30.06.2024 vollständig für Stablecoins in Kraft trat, schreibt vor, dass E-Geld-Token (EMTs) vollständig gedeckt sein müssen, verbietet Zinszahlungen und stellt strenge Reserveanforderungen. Obwohl diese Maßnahmen zur Gewährleistung der Finanzstabilität und des Verbraucherschutzes konzipiert wurden, haben sie ein regulatorisches Umfeld geschaffen, das das Wachstum hemmt. Der Bericht, der gemeinsam vom Europäischen Zentralbank-Beamten Ulrich Bindseil und Erwin Voloder von Blockchain for Europe verfasst wurde, behauptet, dass diese Regeln Euro-Stablecoins in einen „abwärts geneigten" Teil einer regulatorischen „Laffer-Kurve" gedrängt haben, bei der übermäßige Regulierung die Marktaktivität verringert.

Wesentliche Herausforderungen für Euro-Stablecoins

Ein wesentlicher Streitpunkt ist MiCAs Verbot von Zinszahlungen für EMTs. Diese Regel soll verhindern, dass Stablecoins direkt mit traditionellen Bankeinlagen konkurrieren. In einem Hochzinsumfeld verlieren Euro-Stablecoins jedoch an Attraktivität im Vergleich zu sowohl Euro-denominierten Bankkonten als auch an den Dollar gekoppelten Stablecoins, die indirekt über DeFi(Dezentralisierte Finanzen)-Strategien Renditen anbieten können.

Darüber hinaus verlangt MiCA von bedeutenden Emittenten, bis zu 60 % der Reserven in Bankeinlagen zu halten. Der Bericht kritisiert diesen Ansatz als übermäßig restriktiv und nicht mit globalen Normen vereinbar. Zum Vergleich: US-amerikanische Stablecoin-Vorschriften, wie der vorgeschlagene GENIUS Act, verbieten zwar die Zahlung von Zinsen, stellen aber keine ähnlich starren Anforderungen an die Reservezusammensetzung. Diese Flexibilität ermöglicht es Dollar-Stablecoins, im Zentrum von DeFi(Dezentralisierte Finanzen)-Ökosystemen zu bleiben und Liquidität anzuziehen, ohne vom Emittenten ausgeschüttete Renditen.

Reformvorschläge

Der Bericht spricht sich für gezielte Anpassungen statt einer vollständigen Überarbeitung von MiCA aus. Zu den Empfehlungen gehören die Überarbeitung der Reserveanforderungen, um eine breitere Mischung hochwertiger Euro-denominierter Vermögenswerte zu ermöglichen, sowie die Angleichung an den bestehenden Liquiditätsdeckungsquoten-Rahmen der EU. Es wird auch vorgeschlagen, großen Emittenten in Zeiten finanzieller Anspannung begrenzten Zugang zu Zentralbank-Abrechnungskonten zu gewähren.

Der Zeitpunkt für diese Reformen ist entscheidend. Bis zum 01.07.2026 müssen alle in der EU tätigen Stablecoin-Emittenten die vollständige MiCA-Genehmigung erhalten oder riskieren ein Delisting – eine Frist, die den ohnehin begrenzten Euro-Stablecoin-Markt weiter einschränken könnte. EU-Beamte, darunter der Berater der Europäischen Kommission Peter Kerstens, haben ein mögliches „MiCA 2"-Update zur Behebung solcher Probleme angedeutet, obwohl jede Lockerung der Regeln mit Widerstand rechnen muss. Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) hat bereits gewarnt, dass eine Lockerung der technischen Standards von MiCA Arbitragerisiken einführen und finanzielle Schutzmaßnahmen untergraben könnte.

Weiterreichende Implikationen

Die Herausforderungen für Euro-Stablecoins werfen auch grundlegendere Fragen über die Fähigkeit der EU auf, im globalen Markt für digitale Vermögenswerte zu konkurrieren. Die Europäische Zentralbank warnte kürzlich, dass eine großflächige Einführung von Euro-Stablecoins die Renditen von Staatsanleihen und die Marktliquidität bei Rücknahmen beeinflussen könnte, was das heikle Gleichgewicht verdeutlicht, das die Regulierungsbehörden zwischen der Förderung von Innovationen und der Wahrung der Finanzstabilität herstellen müssen.

Während der regulierungsorientierte Ansatz der EU ein hohes Maß an Sicherheit gewährleistet hat, riskiert er, den Euro im schnell wachsenden Stablecoin-Sektor an den Rand zu drängen, in dem der US-Dollar weiterhin dominiert. Während die politischen Entscheidungsträger über die nächsten Schritte für MiCA diskutieren, müssen sie die Kosten der regulatorischen Sicherheit gegen die Notwendigkeit der Wettbewerbsfähigkeit auf dem Markt abwägen.

Bildquelle: Shutterstock
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