Die Rückkehr von Joel Embiid sollte einer Serie, die bislang stark in eine Richtung zu kippen schien, ein Gefühl der Ausgeglichenheit zurückgeben. Stattdessen unterstrich sie nur das Ungleichgewicht. In Spiel Vier ihrer Erstrundenserie schlugen die Celtics die Sixers nicht nur mit 128:96; sie machten dabei die Prämisse und das Versprechen der Rettung zunichte.
Sicherlich verdiente Embiid allein für sein Erscheinen Anerkennung. Kaum zwei Wochen nach einer Blinddarmoperation kehrte er in die Startaufstellung zurück und lieferte in 34 Minuten auf dem Platz bemerkenswerte 26 Punkte, 10 Rebounds und sechs Assists. Die Zahlen an sich unterstrichen seinen außergewöhnlichen Einsatz für die Sixers. Dennoch zeigte das Spiel die Grenzen individueller Entschlossenheit auf. Über die Rückkehr eines Schlüsselspielers hinaus verlangt die größte Bühne des Profi-Basketballs die Geschlossenheit des gesamten Teams. Und bei allem Auftrieb, den er lieferte, blieb das Rot, Weiß und Blau unkoordiniert: überspielt und, vielleicht am bezeichnendsten, sowohl in Gedanken als auch in Taten unterlegen.
Wenn überhaupt, rückte das Spiel die Überlegenheit der Celtics in den Mittelpunkt. Ihr Dreipunktebeschuss war kein Ausreißer, sondern Ausdruck eines Systems; wie Payton Pritchards 32, vier und fünf sowie Jayson Tatums 30, sieben und 11 belegten, funktionierte ihr System optimal gegen eine Verteidigung, die Mühe hatte mitzuhalten. In diesem Licht störte Embiids Rückkehr den Rhythmus des Grün-Weiß nicht; vielmehr gab sie ihnen ein vertrauteres Ziel.
Was seit einiger Zeit der Subtext dieser Rivalität ist. Die Celtics gewinnen nicht nur; sie legen eine Struktur auf, die Improvisation widersteht. Die Sixers hingegen schwanken weiterhin zwischen Geschlossenheit und Zersplitterung, phasenweise zu Glanzleistungen fähig, aber selten zu anhaltender Kontrolle. Und wenn nichts anderes, destillierte Spiel Vier diese Dynamik mit Klarheit. Selbst Embiids überragende Statistikreihe war vom Verlauf der Begegnung losgelöst, als ob sie parallel dazu existierte und nicht darin.
Und so verlagert sich die Serie zurück in den TD Garden mit einem vertrauten Refrain. Die Sixers wurden nicht durch Embiids Abwesenheit besiegt; noch wurden sie durch seine Rückkehr gerettet. Vielmehr sind sie ratlos angesichts ihrer Unfähigkeit, sich auf eine Struktur zu verlassen – genau das, was die Celtics in Hülle und Fülle besitzen.
Anthony L. Cuaycong schreibt Courtside, seit BusinessWorld 1994 eine Sportsektion einführte. Er ist Berater für strategische Planung, Betrieb und Personalmanagement, Unternehmenskommunikation und Geschäftsentwicklung.

