Seit Jahren behaupten Forscher, dass Männerfreundschaften oberflächlicher und emotional weniger unterstützend sind als Frauenfreundschaften – ein Muster, das als „Gender-Freundschaftsgefälle" bezeichnet wird. Neue Forschungsergebnisse von PsyPost deuten jedoch darauf hin, dass dies eher ein Problem weißer Männer ist als das anderer Bevölkerungsgruppen.
Eine in Sex Roles veröffentlichte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass das Gender-Freundschaftsgefälle eher eine Erscheinung innerhalb derselben ethnischen Gruppe zu sein scheint – ähnlich wie das wachsende Beziehungs- und Ehegefälle im von MAGA geprägten Amerika unter Präsident Donald Trump.
Forscherin Emily C. Fox untersuchte die Annahme eines geschlechtsspezifischen Freundschaftsgefälles über verschiedene ethnische Gruppen hinweg mit einem intersektionalen Ansatz und prüfte, ob Geschlecht und ethnisch-rassische Identität ein universelles Phänomen darstellen oder sich auf bestimmte Gruppen konzentrieren.
Auf Basis der Daten der National Longitudinal Survey of Youth 1997-Kohorte – einer großen, national repräsentativen US-Stichprobe, die über einen längeren Zeitraum verfolgt wurde – konzentrierte sich Fox auf Befragte, die im Jahr 2002 zwischen 18 und 21 Jahre alt waren und einen besten Freund bzw. eine beste Freundin angegeben hatten, der oder die weder Elternteil, romantischer Partner noch Co-Elternteil war. Die endgültige Stichprobe umfasste 1.765 Teilnehmer aus den ethnisch-rassischen Gruppen der Schwarzen, Latinos/Latinas und Weißen.
Neben der Bitte, an ihren besten Freund bzw. ihre beste Freundin zu denken und die Nähe zu dieser Person auf einer Skala von 0 bis 10 einzuschätzen, machten die Befragten auch Angaben zu demografischen Merkmalen wie Geschlecht, ethnisch-rassischer Identität und sozioökonomischem Hintergrund.
Frauen gaben an, sich ihrem besten Freund bzw. ihrer besten Freundin näher zu fühlen als Männer, und diese Nähe variierte auch zwischen den ethnisch-rassischen Gruppen – eine genauere Betrachtung zeigte jedoch, dass die Unterschiede nicht einheitlich waren.
„Schwarze Männer und Schwarze Frauen berichteten von ähnlichen Nähewerten, während Latino-Männer etwas geringere Nähewerte als Latina-Frauen angaben", so PsyPost. „Das größte Gefälle zeigte sich bei den weißen Teilnehmern, wo weiße Männer deutlich geringere Nähewerte als weiße Frauen angaben."
Berichten zufolge treibt der „neurechtliche Frauenhass", der zur Kennzeichnung der modernen MAGA-Bewegung geworden ist, Frauen aus dieser politischen Enklave. Unterdessen stellen Dokumentarfilmer und Forscher fest, dass viele der maßgeblichen Architekten der MAGA-Männerbewegung nicht nur vom anderen Geschlecht entfremdet sind, sondern auch von ihren eigenen Vätern – ein Riss, der sie offenbar bis ins Erwachsenenalter begleitet.


